PD Dr. Carl Wege 

 

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PD Dr. Carl Wege

 

Seit August 2009

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Projektbearbeiter des DFG geförderten Forschungsprojekts Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen in der deutschen Literatur und Kulturkritik (1930-1960).

 

Dezember 2008 bis

Juli 2009

 

Akademischer Direktor des Dickinson-in-Bremen-Programms an der Universität Bremen.

1999 bis 2009

Privatdozent am Fachbereich für Sprache und Literaturwissenschaften der Universität Bremen. Venia legendi für 'Neuere deutsche Literaturwissenschaft'.

Außerdem in den letzten Jahren:

Beauftragter für interkulturelle Kommunikation am International Office der Universität Bremen.

 

1991 bis 1996

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien an der Universität Bremen. Projektbearbeiter des DFB geförderten Forschungsprojekts Der literarische Technikdiskurs in den deutschsprachigen Ländern 1918-1970.

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchpublikationen
 
  1. Buchstabe und Maschine. Beschreibung einer Allianz, Frankfurt a.M. 2000 (Suhrkamp Verlag).
  2. Der Technikdiskurs in der Hitler-Stalin-Ära, Stuttgart und Weimar 1995 (Metzler Verlag), Hrsg. zsm. m. Wolfgang Emmerich.
  3. Band 9 (Stücke, Band 9), Bertolt Brecht Werke, Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe in 30 Bänden, Berlin, Weimar und Frankfurt a. M. 1992 (Aufbau-Verlag und Suhrkamp Verlag). Bandbearbeiter.
  4. Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger: "Kalkutta, 4. Mai" - Ein Stück Neue Sachlichkeit, Mün­chen 1988 (Wilhelm Fink Verlag).
  5. Brechts Mann ist Mann, Frankfurt a.M. 1982 (Suhrkamp Verlag), Hrsg.
 
 

Kurzdarstellung des Projekts "Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen in der deutschen Literatur und Kulturkritik (1930-1960)"
 
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden 'Europa' und das Europäische in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland neu definiert und zugleich alte Definitionen Europas und des Abendlandes fortgeschrieben. An diesem Europa-Diskurs beteiligten sich führende Vertreter des Kulturkonservativismus. Unter ihnen: die Journalistin Margret Boveri, der Soziologe und Schriftsteller Ernst Wilhelm Eschmann, der Kunst- und Kulturkritiker Gustav René Hocke, der Feuilletonist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Karl Korn, der Literaturkritiker und 'Frankreichkenner' Friedrich Sieburg, der Theaterkritiker Egon Vietta sowie der Chefredakteur der Wochenzeitung Christ und Welt Giselher Wirsing. – Die von ihnen formulierten Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen stehen im Mittelpunkt der geplanten Untersuchung.
 
Die genannten Autoren und Autorinnen nahmen in der Kulturlandschaft der jungen Bundesrepublik Schlüsselpositionen ein. Ihre literarisch-publizistischen Anfänge lassen sich bis in die frühen dreißiger Jahre und zum Teil auch bis in die zwanziger Jahre zurückverfolgen. Sie wurden um die Jahrhundertwende in Deutschland geboren. Während der NS-Zeit blieben sie im Deutschen Reich und konnten größtenteils ungehindert ihrer Publikationstätigkeit nachgehen. Kennzeichnend für ihre Publikationen ist, dass sie in vielen Fällen einen Europa-Bezug erkennen lassen. Das Gleiche gilt auch für ihre Bücher und Artikel, die in der Zeit nach 1945 erschienen.
 
Untersucht werden sollen die in ihren Texten kursierenden Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Aufstieg des Nationalsozialismus zur führenden politischen Kraft in Deutschland (um 1930) und das Ende der Wiederaufbau-Ära (um 1960) bilden die zeitlichen Eckpunkte der Untersuchung. Ziel des Vorhabens ist es, auf der Grundlage ausgewählter Textkorpora der genannten Autoren und Autorinnen Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Europa-Diskurs des Kulturkonservativismus zu erforschen. Welche Deutungsmuster wurden über das Ende der NS-Zeit weiter fortgeschrieben (?) – und welche Interpretationstraditionen nach 1945 wieder aufgegriffen (Abendland-Diskurs) oder neu gestiftet (Westintegrationsdiskurs)?
 
Durch ihren Auslands- und Europa-Bezug bilden die Publikationen der genannten Autoren und Autorinnen ein spezielles Segment im literarischen und kulturkritischen Feld der Zeit zwischen 1930 und 1960. Dieses Segment zu untersuchen, um so eine gravierende Forschungslücke zu schließen, dazu soll das Projekt beitragen. Es ist als Forschungsbeitrag zu einer noch zu schreibenden Gesamtdarstellung des Kulturkonservativismus des mittleren 20. Jahrhunderts zu verstehen.
 
Bei der geplanten Untersuchung handelt es sich um ein literaturwissenschaftliches Forschungsvorhaben, das seiner Grundkonzeption nach interdisziplinär angelegt ist. Aus drei Disziplinen, der Germanistik, der Publizistik und den Geschichtswissenschaften gilt es, Forschungserkenntnisse zu Europa-Konstrukten und Konstrukten des Europäischen zu ermitteln und zu berücksichtigen, - um im Anschluss an diese Erkenntnisse, Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen speziell im Hinblick auf die deutsche Literatur und Kulturkritik (1930-1960) zu erforschen.

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Stand: 2010